Das Verständnis der verschiedenen Haartypen kann die tägliche Haarpflege wesentlich übersichtlicher gestalten. Zwei Personen können dasselbe Shampoo, dieselbe Stylingcreme oder dieselbe Haarkur verwenden und dennoch völlig unterschiedliche Ergebnisse erzielen – einfach weil ihre Haartypen unterschiedliche Bedürfnisse haben. Glattes Haar kann schnell fettig werden, während lockiges oder krauses Haar oft mehr Unterstützung benötigt, um Feuchtigkeit zu speichern. Welliges Haar liegt irgendwo dazwischen und kann sich von einer Haarwäsche zur nächsten verändern.

Zu wissen, in welche Kategorie Ihr Haar nach dem gängigen Haartypisierungssystem fällt, bietet Ihnen einen nützlichen Ausgangspunkt. Dies kann Ihnen dabei helfen, bessere Produkte auszuwählen, unnötige Schäden zu vermeiden, Frizz besser zu verstehen, die Lockendefinition zu verbessern und eine Pflegeroutine zu entwickeln, die tatsächlich mit Ihrem natürlichen Haarmuster harmoniert, anstatt ihm entgegenzuwirken.

Was versteht man unter einem Haartyp?

Ein Haartyp beschreibt die natürliche Form oder Struktur Ihrer Haarsträhnen. Das am weitesten verbreitete System unterteilt das Haar in vier Hauptkategorien: glatt, gewellt, lockig und kraus. Diese Kategorien werden dann in Untertypen unterteilt, je nachdem, wie locker, ausgeprägt oder eng die Struktur erscheint.

Die Einteilung in Haartypen ist hilfreich, da die Form einer Haarsträhne Einfluss darauf hat, wie sich die natürlichen Kopfhautfette im Haar verteilen. So können sich Fette beispielsweise relativ leicht an glatten Strähnen entlangbewegen, während die Biegungen und Windungen bei lockigem und krausem Haar diesen Vorgang erschweren. Dies ist ein Grund dafür, dass unterschiedliche Haarstrukturen oft unterschiedliche Anforderungen an Reinigung und Feuchtigkeitsversorgung stellen.

Die Einstufung des Haartyps ist keine streng wissenschaftliche Diagnose. Betrachten Sie sie als praktischen Leitfaden, um das Verhalten Ihres Haares besser zu verstehen.

Haartyp vs. Haarstruktur – worin besteht der Unterschied?

Die Begriffe „Haartyp“ und „Haarstruktur“ werden oft synonym verwendet, beschreiben jedoch unterschiedliche Merkmale.

Ihr Haartyp bezieht sich in erster Linie auf Ihr natürliches Lockenmuster. Er gibt Auskunft darüber, ob Ihr Haar glatt, gewellt, lockig oder kraus ist. Die Haartextur hingegen bezieht sich in der Regel auf die Dicke oder den Durchmesser einer einzelnen Haarsträhne.

Das bedeutet, dass jemand lockiges Haar vom Typ 3 mit feinen Haarsträhnen haben kann, während eine andere Person dasselbe Lockenmuster mit groben Haarsträhnen aufweist. Auf den ersten Blick mögen ihre Locken ähnlich aussehen, doch die für sie idealen Produkte und Stylingtechniken können sich erheblich unterscheiden.

Porosität und Dichte ergänzen das Bild. Zusammen liefern Haartyp, Haarstruktur, Porosität und Dichte ein wesentlich klareres Bild als das Lockenmuster allein.

Wovon hängt Ihr Haartyp ab?

Die Genetik spielt die größte Rolle bei der Bestimmung des natürlichen Haartyps. Die Form des Haarfollikels beeinflusst, wie die einzelnen Haarsträhnen wachsen. Eher kreisförmige Follikel neigen dazu, glattere Strähnen hervorzubringen, während ovale oder gekrümmte Follikel mit zunehmend welligen, lockigen oder krausen Strukturen in Verbindung gebracht werden.

Ihr Haartyp kann zudem durch Hormone, das Alter, gesundheitliche Veränderungen, Umweltbedingungen und chemische Behandlungen beeinflusst werden. Das Styling mit Hitze verändert in der Regel nicht den Haartyp, der aus dem Haarfollikel wächst, doch wiederholte Einwirkung hoher Hitze kann die Haarsträhne schwächen und ihr natürliches Muster vorübergehend verändern.

Auch Luftfeuchtigkeit, Produktrückstände, Beschädigungen und sogar die Form des Haarschnitts können dazu führen, dass dieselbe Haarpracht von Tag zu Tag deutlich anders aussieht.

So bestimmen Sie Ihren Haartyp zu Hause

Am einfachsten lassen sich natürliche Haartypen bestimmen, wenn das Haar sauber und frei von stark festigenden Stylingprodukten ist. Lassen Sie es trocknen, ohne es zu glätten, zu locken, glatt zu bürsten oder die Struktur zu stark zu verändern.

Betrachten Sie mehrere Bereiche, anstatt Ihren gesamten Kopf anhand einer einzigen Stelle zu beurteilen.

  • Haare, die ohne sichtbare Krümmung trocknen, fallen in der Regel unter Typ 1.
  • Haare mit lockeren S-förmigen Wellen gehören typischerweise zum Typ 2.
  • Haare, die ausgeprägte Spiralen oder Locken bilden, gehören in der Regel zum Typ 3.
  • Haare mit sehr engen Locken, Zickzack-Strukturen oder kompakten Windungen gehören in der Regel zum Typ 4.

Überprüfen Sie die Haarwurzeln, die Seiten, den Scheitel und die Haarspitzen jeweils separat. Viele Menschen stellen fest, dass ihr Haarwachstumsmuster nicht ganz gleichmäßig ist.

Welche vier Haartypen gibt es?

Haartypen (1)

Die vier Haupthaartypen sind Typ 1 (glatt), Typ 2 (gewellt), Typ 3 (lockig) und Typ 4 (kraus). Jede Kategorie umfasst drei allgemein anerkannte Untertypen – A, B und C –, die Unterschiede in der Ausprägung der Lockenstruktur beschreiben.

Typ 1: Gerade

Typ-1-Haar wächst ohne erkennbare Lockenstruktur. Natürliche Fette können in der Regel leicht die Haarsträhne hinuntergleiten, weshalb glattes Haar oft glänzend wirkt. Diese Eigenschaft kann jedoch auch dazu führen, dass der Haaransatz relativ schnell fettig erscheint.

Typ 1A

Der Haartyp 1A ist extrem glatt und in der Regel fein. Es neigt dazu, flach an der Kopfhaut anzuliegen, und es kann schwierig sein, Locken oder voluminöse Frisuren zu stylen. Leichte Pflegeprodukte sind oft vorzuziehen, da reichhaltige Cremes dieses Haar schnell schwer wirken lassen können.

Typ 1B

Der Typ 1B bleibt glatt, weist jedoch im Allgemeinen etwas mehr Fülle auf als der Typ 1A. Die einzelnen Haarsträhnen können von mittlerer Dicke sein, und das Haar behält leichter sein Volumen bei, ohne dabei an Glätte einzubüßen.

Typ 1C

Typ 1C ist glatt, weist eine spürbare Fülle auf und ist manchmal leicht gewellt. Die Haarsträhnen sind oft dicker oder lassen sich schwerer stylen. Feuchtigkeit kann zu leichtem Aufplusten oder Kräuseln führen, auch wenn das Haar kein ausgeprägtes Wellenmuster bildet.

Typ 2: Gewellt

Typ-2-Haar bildet ein S-förmiges Muster aus, anstatt völlig glatt zu liegen. Welliges Haar reagiert besonders empfindlich auf die Stylingtechnik, da schwere Pflegeprodukte die Wellen abflachen können, während unzureichende Feuchtigkeit zu krausem Haar führen kann.

Typ 2A

Typ 2A zeichnet sich durch eine lockere, dezente Welle aus, die oft vor allem ab der mittleren Haarlänge sichtbar ist. Leichte Mousse, Sprays und sanftes Kneten können dazu beitragen, die natürliche Bewegung zu fördern, ohne das Haar zu beschweren.

Typ 2B

Typ 2B zeichnet sich durch deutlichere S-förmige Wellen aus. Das Muster beginnt oft näher an den Haarwurzeln und kann bei feuchtem Wetter kraus werden. Ausgewogene Feuchtigkeitsprodukte und leichte Stylingprodukte mit Definitionswirkung erweisen sich in der Regel als wirksam.

Typ 2C

Der Typ 2C liegt an der Grenze zwischen gewelltem und lockigem Haar. Die Wellen sind kräftig und ausgeprägt, und an einigen Stellen können sich lockere Spiralen bilden. Dieser Subtyp profitiert in der Regel von mehr Feuchtigkeit als die Typen 2A und 2B, erfordert jedoch weiterhin eine Pflege mit reichhaltigen Produkten.

Typ 3: Lockig

Haar vom Typ 3 bildet sichtbare Locken oder Spiralen. Da natürliche Öle sich nur schwer entlang gekrümmter Haarsträhnen verteilen können, neigt lockiges Haar häufig zu Trockenheit in den mittleren Längen und an den Spitzen.

Typ 3A

Typ 3A zeichnet sich durch große, lockere Locken mit viel Schwung aus. Das Lockenmuster kann durch schwere Stylingprodukte gestreckt werden, daher sind lockenverstärkende Cremes oder Gele mit einer leichteren Konsistenz oft wirksam.

Typ 3B

Locken vom Typ 3B sind enger, federnder und im Allgemeinen kompakter. Feuchtigkeit gewinnt zunehmend an Bedeutung, insbesondere an den Haarspitzen. Stylingprodukte, die Feuchtigkeitsversorgung mit Halt verbinden, können dazu beitragen, die Definition der Locken zu erhalten.

Typ 3C

Haar vom Typ 3C weist enge, dicht aneinanderliegende Korkenzieherlocken auf. Der Schrumpfungsgrad ist oft stärker ausgeprägt, und es kann leicht zu Trockenheit oder Verfilzungen kommen. Eine schonende Behandlung und regelmäßige Pflege sind besonders hilfreich.

Typ 4: Lockig

Haar vom Typ 4 weist die engsten natürlichen Lockenmuster auf. Die Haarsträhnen können winzige Spiralen, kompakte S-Formen oder schärfere Zickzackmuster bilden. Lockiges Haar ist äußerst vielseitig, neigt jedoch auch zu Trockenheit und mechanischem Haarbruch.

Typ 4A

Der Typ 4A bildet typischerweise kleine, deutlich sichtbare Locken. Bei ausreichender Feuchtigkeitsversorgung kann das Lockenmuster sehr ausgeprägt erscheinen. Cremes, Leave-in-Conditioner und schonende Stylingmethoden können dazu beitragen, die Geschmeidigkeit zu bewahren.

Typ 4B

Der Typ 4B weist häufig ein engeres Z-förmiges Muster auf, anstatt vollständig gerundete Locken zu bilden. Der Schrumpf kann erheblich sein, wodurch das Haar deutlich kürzer erscheint als in gestrecktem Zustand.

Typ 4C

Der Typ 4C weist eine sehr enge Lockenstruktur auf, die ohne Styling möglicherweise weniger deutlich erkennbar ist. Es kommt häufig zu erheblichem Schrumpfen, weshalb das Entwirren besonders schonend erfolgen muss. Regelmäßige Feuchtigkeitspflege und schonende Pflege können unnötigen Haarbruch verringern.

Welcher ist der seltenste Haartyp?

Was ist der seltenste Haartyp?

Es gibt keine allgemein anerkannte wissenschaftliche Einstufung, die einen bestimmten Subtyp als den weltweit seltensten Haartyp ausweist. Die Häufigkeit der verschiedenen Haarverteilungsmuster variiert erheblich zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen und geografischen Regionen.

Der Typ 1A wird manchmal als relativ selten beschrieben, da vollkommen glattes, sehr feines Haar ohne erkennbare Krümmungen eine engere Kombination von Merkmalen darstellt. Es kann jedoch irreführend sein, einen einzelnen Subtyp definitiv als den seltensten zu bezeichnen.

Haartypisierungssysteme stellen eher beschreibende als demografische Klassifizierungen dar, und es liegen nur wenige verlässliche globale Statistiken für jeden Subtyp vor.

 

Kann man mehr als einen Haartyp haben?

Ja. Es kommt äußerst häufig vor, dass auf ein und demselben Kopf mehrere Haartypen vorkommen.

Möglicherweise fallen Ihnen lockere Wellen im vorderen Bereich, stärkere Locken am Scheitel und fast glatte Haarpartien darunter auf. Genetische Veranlagung, die Form der Haarfollikel, Haarschäden, Stylinggewohnheiten und Umwelteinflüsse können zu diesen Unterschieden beitragen.

Anstatt Ihren gesamten Kopf in eine einzige Kategorie zu zwängen, achten Sie darauf, was die einzelnen Bereiche benötigen. Möglicherweise stellen Sie sogar fest, dass verschiedene Bereiche besser auf leicht unterschiedliche Produktmengen oder Stylingtechniken ansprechen.

Wie lässt sich der jeweilige Haartyp stylen und pflegen?

Eine gute Pflegeroutine sollte Ihren natürlichen Haarablauf unterstützen und gleichzeitig auf praktische Probleme wie Trockenheit, Fettigkeit, Verfilzungen oder mangelnde Definition eingehen. Der Haartyp bildet zwar einen Ausgangspunkt, doch auch die Haarstruktur und die Porosität sollten bei der Produktauswahl eine Rolle spielen.

Pflegeprogramm für glattes Haar

Glattes Haar profitiert oft von einer regelmäßigen Reinigung, da natürliche Fette schnell die Haarsträhne hinunterwandern können. Tragen Sie die Haarspülung vor allem auf die mittleren Längen und die Spitzen auf, wenn Ihr Haaransatz leicht fettig wird.

Um mehr Volumen zu erzielen, wählen Sie leichte Formeln und vermeiden Sie es, mehrere reichhaltige Leave-in-Produkte oder Öle übereinander aufzutragen. Ein Hitzeschutz ist immer dann wichtig, wenn Sie Glätteisen, Lockenstäbe oder Föhn verwenden.

Pflegeprogramm für welliges Haar

Welliges Haar benötigt ausreichend Feuchtigkeit, um Frizz zu bändigen, ohne dass dabei so viel Pflegeprodukt verwendet wird, dass die Struktur des Haares platt wird.

Verwenden Sie eine leichte Haarspülung und tragen Sie Stylingprodukte auf, solange das Haar noch feucht ist. Durch das Kneten lassen sich Wellen besser bilden, während übermäßiges Bürsten nach dem Trocknen die Wellenstruktur zerstören kann. Ein leichtes Mousse oder Gel kann für mehr Definition sorgen, ohne die Beweglichkeit des Haares einzuschränken.

Pflegeprogramm für lockiges Haar

Lockiges Haar lässt sich in der Regel am besten pflegen, wenn es gleichmäßig mit Feuchtigkeit versorgt wird. Eine schonende Reinigung, regelmäßige Pflege und das Entwirren, solange das Haar noch gut gleitfähig ist, können unnötige Belastungen minimieren.

Das Auftragen einer Lockencreme oder einer Leave-in-Spülung, gefolgt von Gel, kann die Definition und den Halt verbessern. Das Schlafen auf einem glatten Kissenbezug oder der Schutz der Locken während der Nacht kann ebenfalls die Reibung verringern und dazu beitragen, dass die Frisur länger hält.

Pflegeprogramm für krauses Haar

Bei krausem Haar sind Feuchtigkeitserhaltung und schonende Pflege besonders wichtig. Das Entwirren sollte im Allgemeinen vorsichtig in kleinen Strähnen erfolgen, anstatt trockenes Haar aggressiv durchzubürsten.

Leave-in-Conditioner, Feuchtigkeitscremes und geeignete Öle können dazu beitragen, den Feuchtigkeitsverlust zu verringern. Schützende Frisuren können zudem die tägliche Beanspruchung des Haares begrenzen, wobei die Frisuren jedoch niemals schmerzhaft fest sitzen oder übermäßigen Druck auf die Kopfhaut ausüben sollten.

Was versteht man unter Haartextur (Haardicke)?

Die Haarstruktur beschreibt den Durchmesser einer einzelnen Haarsträhne und nicht deren Lockenstruktur. Sie wird in der Regel als fein, mittel oder dick eingestuft, wobei letztere Bezeichnung manchmal auch als „grob“ bezeichnet wird.

Das Verständnis der Haardicke kann erklären, warum zwei Personen mit demselben Haartyp sehr unterschiedlich auf ein und dasselbe Produkt reagieren.

Feines Haar

Feines Haar hat einen relativ geringen Durchmesser. Es fühlt sich zwar weich und seidig an, kann jedoch leicht beschwert wirken.

Leichte Shampoos, Spülungen, Schaumfestiger und Stylingsprays eignen sich oft besser für feines Haar als reichhaltige Butter oder große Mengen an Öl. Feine Haarsträhnen sind zudem möglicherweise anfälliger für bestimmte Arten von Hitze- und mechanischen Schäden.

Mittellanges Haar

Mitteldickes Haar liegt zwischen feiner und grober Haarstruktur und lässt sich oft mit einer Vielzahl von Produkten stylen. Es verfügt in der Regel über genügend Struktur, um Frisuren zu halten, und ist dabei dennoch relativ pflegeleicht.

Die Produktauswahl sollte weiterhin an das Lockenmuster, die Porosität, die Talgproduktion und die Stylinggewohnheiten angepasst werden.

Dickes (grobes) Haar

Unter grobem Haar versteht man einzelne Haarsträhnen mit einem größeren Durchmesser. Es mag sich kräftig anfühlen, doch das bedeutet nicht, dass es unempfindlich gegenüber Schäden ist.

Dickeres Haar verträgt häufig reichhaltigere Cremes und Haarspülungen gut, insbesondere wenn es zudem lockig oder kraus ist. Eine regelmäßige Pflege mit Haarspülungen kann dazu beitragen, die Geschmeidigkeit und die Kämmbarkeit zu verbessern.

Wie wirkt sich die Porosität auf Ihren Haartyp aus?

Die Porosität beschreibt, wie leicht Ihr Haar Feuchtigkeit aufnimmt und speichert. Sie kann fast ebenso großen Einfluss auf Ihre Haarpflege haben wie Ihr natürlicher Haartyp.

Haar mit geringer Porosität weist eine dicht angeordnete Schuppenschicht auf und nimmt Wasser oder Pflegeprodukte möglicherweise nur schwer auf. Schwere Formulierungen können auf der Oberfläche verbleiben und Ablagerungen verursachen. Haar mit hoher Porosität nimmt Feuchtigkeit schnell auf, kann diese jedoch auch rasch wieder verlieren, insbesondere wenn die Schuppenschicht durch chemische Behandlungen, Hitze oder Umwelteinflüsse geschädigt wurde.

Haar mit mittlerer Porosität nimmt Feuchtigkeit im Allgemeinen vorhersehbarer auf und speichert sie besser.

Aus diesem Grund führt die Auswahl von Produkten, die sich ausschließlich nach dem Haartyp richtet, mitunter zu enttäuschenden Ergebnissen. Eine Lockenart vom Typ 3B mit geringer Porosität erfordert möglicherweise eine ganz andere Pflege als eine Lockenart vom Typ 3B mit hoher Porosität.

Wie wirkt sich die Haardichte auf Ihren Haartyp aus?

Wie sich die Haardichte auf Ihren Haartyp auswirkt

Die Haardichte bezieht sich auf die Anzahl der Haarsträhnen, die in einem bestimmten Bereich der Kopfhaut wachsen. Sie unterscheidet sich von der Strähnenstärke.

Manche Menschen haben zwar feine einzelne Haarsträhnen, aber eine extrem hohe Haardichte, wodurch der Eindruck von sehr vollem Haar entsteht. Andere wiederum haben grobe Haarsträhnen, aber eine geringere Haardichte.

Die Haardichte beeinflusst die Wahl der Frisur. Bei Haar mit höherer Dichte kann es erforderlich sein, das Haar in Strähnen zu unterteilen, um die Pflegeprodukte gleichmäßig zu verteilen, während Haar mit geringerer Dichte mit leichten Produkten und Techniken, die Volumen im Haaransatz erzeugen, voller wirken kann.

Wenn Sie neben Ihrem Haartyp auch die Haardichte kennen, lässt sich das Produkt wesentlich präziser auftragen.

Ändert sich der Haartyp im Laufe der Zeit?

Der Haartyp kann sich in verschiedenen Lebensphasen verändern. Hormonelle Schwankungen im Zusammenhang mit der Pubertät, einer Schwangerschaft, den Wechseljahren, dem Älterwerden oder bestimmten gesundheitlichen Veränderungen können die Form und das Wachstum neu nachwachsender Haare beeinflussen.

Chemische Behandlungen und wiederholte Hitzeeinwirkung können ebenfalls das Aussehen des vorhandenen Haares verändern. Glättungsbehandlungen können Locken auflockern, während Haarschäden dazu führen können, dass einst klar definiertes Haar ungleichmäßig oder kraus wirkt.

Es lohnt sich, Ihre Pflegeroutine zu überdenken, wenn sich Ihr Haar anders verhält, anstatt automatisch weiterhin Produkte zu verwenden, die vor einigen Jahren noch gut funktioniert haben.

Häufige Haarprobleme nach Haartyp

Auch wenn bestimmte Probleme mit bestimmten Haartypen in Verbindung gebracht werden, gibt es keine absoluten Regeln. Glattes Haar kann trocken sein, und krauses Haar kann unter Ablagerungen leiden. Es ist hilfreicher, die Ursachen des Problems zu verstehen, als sich ausschließlich auf die auf dem Produktetikett angegebene Kategorie zu verlassen.

Trockenheit und krauses Haar

Trockenheit und krauses Haar treten besonders häufig bei welligem, lockigem und krausem Haar auf, da die Talgdrüsen der Kopfhaut Schwierigkeiten haben, die Haarsträhnen mit ihren Biegungen und Krümmungen zu erreichen.

Regelmäßige Pflege, die Vermeidung übermäßiger Hitze, schonendes Trocknen und geeignete Leave-in-Produkte können Abhilfe schaffen. Kräuseln bedeutet jedoch nicht immer, dass das Haar ungesund ist. Ein gewisses Maß an Kräuseln ist bei strukturiertem Haar völlig normal.

Fettigkeit und Ablagerungen

Bei glattem und feinem Haar kann sich Fettigkeit stärker bemerkbar machen, da sich Talg leichter entlang der Haarsträhne verteilt. Die häufige Verwendung von Stylingprodukten kann zudem bei jedem Haartyp zu Ablagerungen führen.

Die Häufigkeit der Haarwäsche sollte sich eher nach dem Zustand Ihrer Kopfhaut richten als nach einem starren Zeitplan. Wenn sich Ihre Kopfhaut fettig anfühlt, unangenehm ist oder sich mit Haarpflegeprodukten überzogen anfühlt, ist es möglicherweise einfach an der Zeit, die Haare zu waschen.

Mangelnde Definition der Locken

Eine schlechte Lockendefinition kann durch Ablagerungen, übermäßigen Produktgebrauch, unzureichende Feuchtigkeit, Haarschäden oder Stylingtechniken, die das Lockenmuster stören, verursacht werden.

Wenn Sie mit der aufgetragenen Produktmenge experimentieren, kann dies einen überraschend großen Unterschied bewirken. Die Lockendefinition ist oft besser, wenn Stylingprodukte gleichmäßig im feuchten oder nassen Haar verteilt werden und sich die Locken während des Trocknens ohne übermäßiges Berühren festigen können.

Beschädigungen und Bruchschäden

Jeder Haartyp kann unter Haarbruch leiden. Zu den häufigsten Ursachen zählen übermäßige Hitze, chemische Behandlungen, grobes Entwirren, straffe Frisuren, Reibung und wiederholte Manipulationen.

Lockiges und krauses Haar kann besonders anfällig sein, da jede Biegung der Haarsträhne eine weitere Stelle bildet, an der mechanische Belastung auftreten kann. Auch feines Haar kann leicht brechen, obwohl es ein völlig anderes Lockenmuster aufweist.

Letztendlich geht es beim Verständnis von Haartypen weniger darum, sich in eine perfekte Kategorie einzuordnen, als vielmehr darum, Muster im Verhalten Ihres Haares zu erkennen. Sobald Sie Ihr natürliches Lockenmuster mit der Strangdicke, der Porosität, der Haardichte und Ihren alltäglichen Anliegen kombinieren, wird die Wahl einer Pflegeroutine wesentlich einfacher. Ihr Haar passt vielleicht nicht genau in eine bestimmte Kategorie – und das muss es auch nicht. Die beste Haarpflege-Routine ist die, die auf das Haar eingeht, das Sie tatsächlich haben.

Literaturverzeichnis

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  • Thibaut S, Gaillard O, Bouhanna P, Cannell DW, Bernard BA. Die Form des menschlichen Haares wird bereits in der Haarwurzel vorbestimmt. British Journal of Dermatology. 2005;152(4):632–638. PubMed
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